„Please don’t sue“: Zum fankulturellen Umgang mit kontingenten Rechtsnormen

von Sophie G. Einwächter

Beitrag zur Ausgabe Freies Hören (4.2/2015). | Volltext

Abstract: Wenn Fans sich für einen Gegenstand begeistern, kann dies in Formen künstlerischer Produktion münden. Während in den Siebziger- bis Neunzigerjahren Fanfiction oder andere von Fans erstellte Medien meist nur innerhalb geschlossener Gruppen und Räume kursierten, wird von Fans Erstelltes nun per Internet und soziale Netzwerke global verbreitet und ist so auch Nicht-Fans zugänglich. Diese Form der Öffentlichkeit bringt mit sich, dass die Rechteinhaber_innen der von Fans bewunderten Originalwerke fankultureller Aktivität stärker gewahr werden und diese teils zu reglementieren suchen.
Der Aufsatz stellt die pragmatisch-organisatorischen Auswirkungen dieser von Fans als rechtlich kontingent empfundenen Situation anhand aktueller Beispiele aus der Fantasy-Fanszene vor. Er diskutiert zudem die pragmatischen Implikationen vereinsrechtlich organisierter Fangemeinschaften. Er illustriert anhand von Interviews mit deutschen und skandinavischen Akteur_innen individuelle Einschätzungen und gängige Strategien des Umgangs: Produktion und Vertrieb von Fanwerken mit einer Erklärung guter Absichten, Kontaktaufnahme und versuchte Einigung mit Rechteinhaber_innen, Formen der Selbstregulierung, anonyme, kollektive Risikoübernahme, gezielte Förderung und Produktion eigenständiger Inhalte.

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