Zur Vorgeschichte des Internet-Liberalismus: Funk und Radio in den USA (1910-1922)

von Martin Doll

Beitrag zur Ausgabe Freies Hören (4.2/2015). | Volltext

Abstract: Der Beitrag widmet sich der Frage, in welchem Verhältnis Radio und Liberalismus historisch gedacht werden können. Dabei soll das Radio nicht als Vehikel für liberalistische Ideologeme angesehen werden, sondern als Streitobjekt, an dem sich (auch juristische) Debatten über den adäquaten freien Umgang damit entzündeten. In deren Analyse werden Foucaults Überlegungen zur Geschichte der Gouvernementalität fruchtbar gemacht, insofern es beim Liberalismus nicht nur darum geht, als Garantie der Handlungsfreiheit des Einzelnen die ‚Formen und Bereiche des Regierungshandelns maximal zu begrenzen‘, sondern zugleich auch darum, den Staat darauf zu verpflichten, als ‚Manager der Freiheit‘ fortwährend die Bedingungen für ein freies Agieren seiner Mitglieder herzustellen und zu organisieren. Insbesondere an historischen US-amerikanischen Diskursen über die ‚neuen‘ Medien Funk und Radio lässt sich zeigen, wie sehr diese – insofern sie als Technologien zur Befreiung diskutiert wurden – in das von Foucault beschriebene Spannungsverhältnis des Liberalismus verstrickt sind.

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